Status von Gibraltar nach dem Brexit

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Die Europäische Kommission hat am Donnerstag (26.02.2026) den Gesetzestext veröffentlicht, der die im Juni zwischen Brüssel, Spanien und dem Vereinigten Königreich erzielte politische Einigung über Gibraltar umsetzt und den Abbau des Zauns vorsieht, der die britische Enklave begrenzt, sowie deren Zugang zum Schengen-Raum und zum Binnenmarkt erleichtert.

Der Vertragstext schützt die Souveränität des Vereinigten Königreichs über den Felsen und die britische Militärautonomie und sichert die wirtschaftliche Zukunft des Gebiets, teilte das Außenministerium am Donnerstag in London in einer Erklärung mit.

Dieser Vertrag zwischen der EU und dem Vereinigten Königreich vervollständigt den rechtlichen Rahmen für die Beziehungen zwischen beiden Seiten nach dem Brexit, da Gibraltar nicht in der ursprünglichen Vereinbarung zwischen London und Brüssel enthalten ist.

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Sein Hauptziel ist laut der EU-Exekutive die „Förderung des Wohlstands” aller beteiligten Gebiete. Zu diesem Zweck sieht der Text die Beseitigung aller physischen Barrieren, Kontrollen und Überprüfungen von Personen und Waren vor, die zwischen Spanien und Gibraltar zirkulieren, während gleichzeitig der Schengen-Raum, der EU-Binnenmarkt und die Zollunion erhalten bleiben.

Eine der sichtbarsten Folgen wird das Verschwinden des physischen Zauns sein, der seit mehr als einem Jahrhundert den Felsen von La Línea de la Concepción (Cádiz) trennt, was den täglichen Transit von etwa 15.000 Menschen erleichtern und eine Bevölkerung von rund 300.000 Bürgern in der Region betreffen wird.

Darüber hinaus werden am Hafen und am Flughafen der britischen Kolonie doppelte Grenzkontrollen eingerichtet. Die Schengen-Kontrollen werden von Spanien durchgeführt, während die vollständigen Kontrollen in Gibraltar wie bisher durchgeführt werden. Dieses Modell soll die Integrität des Schengen-Raums gewährleisten, ohne eine „harte Grenze” an der Landgrenze einzuführen.

Was Waren betrifft, so werden die Kontrollen abgeschafft und die Zusammenarbeit zwischen den jeweiligen Zollbehörden verstärkt. Im Steuerbereich werden in Gibraltar Grundsätze der indirekten Besteuerung, einschließlich Tabak, angewendet, um Verzerrungen zu vermeiden und zum regionalen Wohlstand beizutragen. Das Dokument sieht eine schrittweise steuerliche Angleichung in bestimmten Bereichen vor.

Der Entwurf des Gesetzestextes lässt den Streit um die Souveränität des Felsens außer Acht und wahrt die rechtlichen Positionen Spaniens und des Vereinigten Königreichs in Bezug auf Souveränität und Gerichtsbarkeit, wie dies alle Parteien im Juni 2025 in einer als „historisch” bezeichneten politischen Vereinbarung vereinbart hatten.

Dieses Dokument wird nun an den Rat der EU, die Institution, die die Mitgliedstaaten vertritt, weitergeleitet, der die notwendigen Schritte zur Unterzeichnung und zum Abschluss des Abkommens einleiten wird. Auch das Europäische Parlament muss seine Zustimmung geben, ebenso wie das britische Gesetzgebungsorgan, während der Text nicht durch den Kongress der Abgeordneten gehen wird, da Spanien nicht Unterzeichner des Vertrags ist, der aus 336 Artikeln und 43 Anhängen besteht.

Die spanische Regierung war zwar einer der Verhandlungspartner des politischen Pakts, auf dem das Dokument basiert, der im vergangenen Sommer, fast ein Jahrzehnt nach dem Referendum, das den Austritt Großbritanniens aus der EU beschloss, und viereinhalb Jahre nach dem „Silvesterabkommen”, in dem die Einbindung der britischen Kolonie nach dem Brexit festgelegt wurde, erzielt wurde.

Quelle: Agenturen